Was macht einen guten erotischen Text aus?

Worauf es beim Schreiben von Erotik ankommt

Du schreibst eine Geschichte voller Leidenschaft und Intimität. Doch beim Schreiben deines erotischen Texts stellst du dir vielleicht manchmal Fragen: Fesseln die erotischen Szenen? Klingen die Beschreibungen einzigartig oder rutschen sie in bekannte Klischees? Kann ich das Besondere der Gefühle und der Leidenschaft wirklich in angemessene Worte fassen?

Hier setzt mein spezialisiertes Erotiklektorat an.

Als Lektorin (nicht nur) für erotische Literatur unterstütze ich dich nicht nur bei Rechtschreibung und Grammatik. Ich helfe dir dabei, dass die Beziehung(en) auf dem Papier so authentisch, packend und unverwechselbar werden, wie sie es in deiner Vorstellung sind. Im Folgenden gebe ich dir Tipps dazu, wie du eine eigene Bildsprache entwickeln kannst und worauf du bei der Dramaturgie achten solltest.

1. Sprache, die fesselt: Vom Klischee zu deiner individuellen Bildwelt

Beim Schreiben von Erotik sollte die Sprache originell sein und Klischees sollten vermieden werden. Nur dann wirken Szenen einzigartig und können fesseln.

Daher ist es entscheidend, kreative und innovative Formulierungen zu verwenden. Eine individuelle Bildsprache, die sich durch den Text zieht, kann die Sprache und damit die Geschichte auf ein höheres Niveau heben.

Typische Metaphern für die Erregung beziehen sich auf die ganze Bildwelt um die Begriffe von Hitze (Flammen, Feuer, Funken, glühen, brennen etc.) und Wasser (Fluten, Wogen, Wellen, davon schimmen). Diese Begriffe lassen sich entweder individuell ausfüllen oder durch originellere ersetzen, denn sie sind längst selbst zum Klischee geworden.

Überlege dir also z. B. ein spezielles Bild, das du mit Lust verbindest: Das könnte eine hungrige Löwin (oder ein Wolf oder eine Wölfin) sein, die als Raubtier immer dann auftritt, wenn die Lust deiner Figur übermächtig (und womöglich auch zerstörerisch) wird. Lass deiner Fantasie freien Lauf und folge deinen Assoziationen, ohne dich von alten Mustern beengen zu lassen.

Im Lektorat für deinen Roman mit erotischen Elementen helfe ich dir, den eigenen, starken Bildern auf die Spur zu kommen.

Stell dir also vor, die Lust deiner Figur wäre ein Tier: Ist es tatsächlich die Löwin, eine elegante Katze, ein gieriger Wolf oder ein imposanter Greifvogel? Ein solches Leitbild kann durch den ganzen Text wirken und ihm eine einzigartige, sinnliche Textur geben.

Natürlich gibt es unzählige anderer Bilder, die nicht aus dem Tierreich stammen: Vom Sturm und Erbeben über Magnetismus, die Musik (Piano, Crescendo etc.) und Blumenmetaphern (sich öffnende Knospen, wuchernde Ranken etc.) hin zu Labyrinthen, einreißenden Wänden und Brücken.

Als Beispiel möchte ich zwei (selbst erfundene) Formulierungen vergleichen:

Klischeehaft: „Die Flammen züngelten durch meinen Schoß.“

Individuell:Die Löwin erwachte und streckte ihren Körper. Sie schlich an mich heran, setzte mit einem Sprung auf mich zu und schlug ihre Krallen in mein Fleisch.

Zugegeben, auch das zweite Bild ist verbesserungswürdig und ausbaufähig. Zurzeit klingt es weder erotisch noch sinnlich und könnte auf viele andere Situationen zutreffen, z. B. auf eine Lage, in der die Figur sich in Gefahr befindet. Aber ein gutes Bild fällt einem nicht unbedingt einfach so in den Schoß. Schreiben ist auch manchmal harte Arbeit 😉

Im Lektorat kann es darum gehen, solche Bilder weiterzuentwickeln. Dazu ist es nützlich, Fragen zu stellen: Wie fühlt sich diese Transformation für deine Figur an? Welche Gerüche, welche Körperempfindungen sind damit verbunden?

Für eine stärkere, erotischere Wirkung kannst du das Löwenbild durch die sinnliche Wahrnehmung ausbauen:  Wie fühlt sich die Löwin für die Figur an? Wie erlebt sie deren „Übernahme“?


Du könntest dann mit der Metapher eine regelrechte physische Transformation erreichen, indem du auf die intensiven, verschmelzenden Sinne abzielst.

Dann könnte dabei sowas rauskommen:

Die Löwin in mir erwachte. Ihre Pranken senkten sich in mich. Ich roch ihren wilden Atem, roch ihr Blut; dann schoss es durch meine Adern und ihr Hunger nach seinem Körper wurde meiner.

Solche Metaphern sind gezielt zu setzen. Natürlich soll sich nicht der ganze Text in einer derartigen Sprache ergehen. Sie ist nicht ohne Manierismen. Das wäre schnell ermüdend. Die Mischung aus Direktheit, Dialog, szenischem Erzählen und Metaphern macht am Ende den starken Text aus.

Die Lektion für deinen erotischen Roman

Wenn du die nächste erotische Szene schreibst, frage dich also:

  • Was tut sie, wenn die Begierde sie überflutet, sie aber keinen Laut von sich geben darf?
  • Wie verändern sich dann ihre Sinne – was riecht, schmeckt, fühlt sie?
  • In welches Bild kannst du das übersetzen, damit die körperliche Ausnahmesituation greifbar wird?

Es geht also u. a. darum, die Kraft der Andeutung zu nutzen, damit die Lust nicht plump beschrieben wird. Stattdessen kannst du die individuelle, sinnlich-emotionale Wahrnehmung dieser Lust so formulieren, dass dein Leser sie in ihrer Besonderheit verstehen kann.

Die Andeutung und das Bild sind die Werkzeuge, mit denen du das Unsagbare ausdrücken kannst.

Im Erotiklektorat prüfe ich, ob die gewählten Bilder genau dieses Unaussprechbare in Worte fassen – und natürlich ob sie zur Figur passen und dabei kraftvoll und originell sind.

2. Dramaturgie und Spannung

Neben der Sprache sind der Aufbau von Spannung und gut gesetzte Wendepunkte entscheidend, damit der Text packend bleibt. Erotische Szenen sollten nicht isoliert stehen, sondern in die Gesamtgeschichte eingebunden sein. Sie müssen die Handlung vorantreiben und zugleich die Charaktere und deren Emotionen vertiefen.

Daher analysiere ich beim Erotiklektorat natürlich auch die Dramaturgie der Geschichte und stelle sicher, dass der Spannungsbogen trägt.

Mein Lektorat für erotische Literatur: Neutralität und Professionalität

Als Lektorin für erotische Literatur bleibe ich neutral und fälle keine Urteile über erotische Vorlieben der Figuren. Es geht mir darum, die Geschichte so zu gestalten, dass sie ansprechend und authentisch ist. Daher respektiere ich unvoreingenommen die Vorlieben und Fantasien deiner Charaktere.

 

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